Roter Hahn Urlaub auf dem Bauernhof- St. Jakob im Ahrntal - Fam. Enz
   
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Hofchronik

Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Seeberhof im Jahre 1748.
Der Großteil aller bäuerlichen Anwesen im Tal gehörte damals reichen Grundherrn oder Großgrundbesitzern (Adelige, Klöster, Kirchen, usw.).
Als Grundherr des Seeberhofes scheint die Burg Taufers auf.
Das „Seebergut“ konnte – mit den damaligen Maßstäben gemessen, als mittelgroßes Bauernanwesen betrachtet werden.

1790 gehörten zum Seeberhof folgende Realitäten:

  • eine Feuer- und Futterbehausung
  • eine Badstube zum Dörren des Flachses
  • die Hälfte einer Mühle samt Stamp
  • ein Stück gerodetes Feld, welches verschüttet worden war
  • ein Stück Wald auf der Sonnen- und Schattenseite
  • ein Stück Feld
  • ein Almrecht im Bärental mit anderen Bauern aus St. Jakob
  • eine Wiese im Bärental

Die Seeber-Familie um 1900
Im Jahre 1867 kamen auf die Menschen am Seeberhof einige Schreckenstage zu, als der Wollbach in Folge eines Unwetters Unmengen an Geröll ins Tal transportierte und Häuser, Wald und Felder übermurte. Die Ahr wurde aufgestaut, so dass im Bereich des heutigen Seeberhofes ein riesiger, an manchen Stellen fast 10 mt tiefer See entstand. Es ist anzunehmen, dass Feuer- und Futterbehausung des Seeberhofes aufgrund der etwas höheren Lage von der verheerenden Überschwemmung zum Großteil verschont wurden.

Der Hof wechselte durch Todesfälle, Erbschaften, Verkäufen usw. 16 mal den Besitzer.

Im Jahre 1939 stand der damalige Besitzer Johann Enz, wie die meisten Südtiroler Landsleute, vor einer der schwierigsten Entscheidungen seines Lebens. Trotz aller Versprechungen von Seiten der nationalsozialistischen Propaganda entschied er sich – so wie viele in seinem Heimatdorf St. Jakob – in der Heimat und somit auf seinem Hof zu bleiben und nicht nach Deutschland auszuwandern.

Riesengroßes Glück hatte die Familie im Jänner des Jahre 1951, als sich am späten Nachmittag des 20. Jänner nach tagelangen, heftigen Schneefällen oberhalb des Seeberhofes eine Staublawine löste, auf das Haus zudonnerte, sämtliche Fensterscheiben eindrückte und Balkone mitriss. Die Schneemassen drangen mit ihrer zerstörerischen Gewalt in das Wohnhaus, bahnten sich einen Weg durch den Hausgang und die Stube, traten am anderen Ende des Hauses wieder aus und kamen erst vor der heutigen Straße zum Stehen. Wie durch ein Wunder wurden keine Menschen verletzt.

Einen großen Schutzengel hatte der damals 6-jährige Jakob (heutiger Besitzer). Da er in der Stube hinter dem Bauernofen in seinem „Bettstattl“ lag, wurde er von den Schneemassen nicht erdrückt und konnte nach einiger Zeit unversehrt geborgen werden.

Bis herauf in die 60er-Jahre war die Landwirtschaft auf dem Seeberhof geprägt von traditionellen Arbeitsformen und Anbaumethoden. Arbeitserleichterungen gab es kaum, der Einsatz von Maschinen hatte sich in der Landwirtschaft noch nicht durchgesetzt. Die wichtigsten Arbeitsgeräte des Bauern war die Sense, der Rechen, der Pflug und die Kraxe, mit welchem der Bauer das Heu auf dem Rücken in die Scheune brachte. Da der Seeberbauer kein eigenes Pferd hatte, mussten die Männer die harte Arbeit des Heutragens erledigen und die gesamte Heu- und Getreideernte auf ihrem Rücken auf den teilweise weit entfernten Stadel bringen.

Auf dem Hof gab es eine klare und geregelte Arbeitsteilung. Die Bäuerin und die Magd waren für den Haushalt und das Großziehen der Kinder zuständig. Der Bauer, der Knecht, der Fütterer und die heranwachsenden Söhne des Bauern waren für die Landwirtschaft im eigentlichen Sinne zuständig.

Als erste Maschine wurde 1964 eine Mähmaschine erworben. In der Zwischenzeit gehören Traktor, Ladewagen, Miststreuer, Heukran usw. fast schon zur Grundausstattung, ohne die man sich die Bauernarbeit auch auf dem Seeberhof nicht mehr vorstellen könnte.

Da der Seeberhof bis in die 70er Jahre ein Selbstversorgungsbetrieb war, baute man auf den hofeigenen Feldern nahezu alles an, was man zum täglichen Leben brauchte: Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Kartoffeln, Flachs zur Gewinnung von Leinen, Mohn, Rüben sowie verschiedene Gemüsearten im eigenen Hausgarten. Während der Seeberbauer früher vor allem die Milch zu Käse und Butter und das Fleisch zu Wurst und Speck verarbeitete und so in erster Linie die Versorgung der eigenen Familie sowie der Dienstboten sicherstellte, spezialisierte er sich mit der Zeit auf leistungsfähige Milchkühe, deren Produkt er seit 1970 an die Sennerei in Bruneck verkauft.

Durch diese Umstellung in der Wirtschaftsweise veränderte sich nicht nur die Landwirtschaft, auch die Höfe wurden vielfach umgebaut, vergrößert und modernisiert. Die Stallungen mussten den strengen hygienischen Bestimmungen angepasst werden.

Wie viele andere Bauernbetriebe hat man sich auch am Seeberhof den aufkommenden Fremdenverkehr zunutze gemacht, und weil in einem großen Bauernhaus viel bauliche Kubatur ungenutzt war, hat man das Wohnhaus für touristische Zwecke angepasst und genutzt. Im Jahre 1972 begann die Familie Enz mit der Zimmervermietung und erwarb sich somit neben der Landwirtschaft ein zweites, wirtschaftlich solides Standbein.
Seeberhof
St. Jakob - Am Bühel 7
39030 Ahrntal – Südtirol

Tel/Fax +39 0474 650122
info@seeberhof.com

impressum | © Seeberhof 31.08.2009